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Mein Weg zu einem gesunden Lebensstil – und warum es für mich nichts mit Verzicht zu tun hat

  • Autorenbild: Isabella
    Isabella
  • 7. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn ich heute erzähle, dass ich um 21 Uhr schlafen gehe, keinen Alkohol trinke oder bewusst darauf achte, wie ich meinen Körper nähre, kommt fast automatisch eine Reaktion:


„Willst du dir denn gar nichts gönnen?“

„Du musst das Leben doch auch genießen!“

„So streng würde ich nie zu mir sein.“


Doch mein Lebensstil hat nichts mit Strenge zu tun und erst recht nichts mit Verzicht.

Er ist das Ergebnis eines Weges, der sich aus vielen kleinen Entscheidungen zusammensetzt.

Ein Weg, auf dem ich immer wieder zu mir zurückgefunden habe.


Wirtschaftspsychologie – der Anfang eines großen Verstehens


Als ich meinen Master in Wirtschaftspsychologie machte, dachte ich noch nicht daran, dass ich irgendwann mal Coaching anbieten würde.


Was mich damals interessierte, war der Mensch.

Warum wir tun, was wir tun.

Wie wir Entscheidungen treffen.

Wie Verhalten entsteht.

Wie Kultur wirkt.


Ich verstand:

Unser Umfeld hat Macht. Unsere Gewohnheiten formen uns. Unsere innere Welt bestimmt, wie wir im Außen leben.


Und genau dort begann mein eigenes Fragen. Nicht laut. Eher im Hintergrund.


Yoga – die erste Einladung zur Bewusstheit


Mit meinem Yoga Teacher Training hat sich diese Frage vertieft.

Yoga war nie nur Sport für mich.

Es war ein Spiegel. Eine sanfte Konfrontation mit mir selbst.


Ich lernte, in meinen Körper hineinzu­spüren. Zu bemerken, wann ich über meine Grenzen gehe. Wann ich kompensiere. Wann ich fliehe.


Zum ersten Mal verstand ich Gesundheit nicht mehr als etwas, das man macht — sondern als etwas, das entsteht, wenn wir beginnen zuzuhören.


Die Weltreise – ein Perspektivwechsel, der mich verändert hat


Dann kam meine Weltreise.

Sie hat meinen Blick auf die Welt geöffnet, aber auch auf mich selbst.

Ich sah Kulturen, in denen Essen wertgeschätzt wird, nicht bewertet.

Ich begegnete Ritualen, die den Körper ehren statt optimieren.

Ich erlebte Lebensstile, in denen Einfachheit nicht Mangel bedeutet, sondern Verbundenheit.


Und ich spürte:

Gesundheit entsteht durch Nähe – zur Natur, zum Körper, zu sich selbst.

Dieser Zeitraum hat die Basis gelegt für vieles, was später kam.


Coaching – die Verbindung zwischen Innerem und Äußerem


Als ich begann, mich zum psychologischen und systemischen Coach ausbilden zu lassen, wurde mir klar, wie eng psychisches, emotionales und körperliches Wohlbefinden miteinander verknüpft sind.


Viele Menschen denken, Coaching sei Mindset-Arbeit.

In Wahrheit ist es Regulation: Nervensystem. Energie. Grenzen. Selbstfürsorge.


Ich begann zu verstehen, dass Gesundheit nicht im Kopf beginnt, sondern im Körper.

Und dass echte Veränderung nur dann entsteht, wenn wir wieder ins Gleichgewicht kommen.


Vegetarismus. Veganismus. Und das Gefühl von Richtigkeit.


Meine Ernährungsreise war kein radikaler Schnitt.

Sie war ein schrittweiser Prozess.


Zuerst der Vegetarismus.

Dann der Veganismus, getragen von Ethik, aber auch von Körpergefühl.


Je bewusster ich aß, desto feiner wurde mein Gespür dafür, was mir wirklich guttut und was nicht.


Ich merkte, dass ich mich leichter fühlte.

Verbunden.

Klarer.

Mehr ich selbst.


Und gleichzeitig kamen die Kommentare:


„Ohne Käse könnte ich nicht leben.“

„Willst du dich wirklich so einschränken?“

„Das ist doch kein Genuss.“


Doch für mich war es nie Einschränkung.

Es war Entscheidung.

Ausrichtung.

Ein Ja zu mir selbst.


Mein Lebensstil – und warum er sich nicht nach Verzicht anfühlt


Heute trinke ich keinen Alkohol.

Ich gehe früh schlafen.

Ich esse bewusst.

Ich bewege mich.

Ich höre zu. Meinem Körper, meiner Energie, meinem Nervensystem.


Viele Menschen verbinden das mit Härte.

Mit Regeln.

Mit Dogmatismus.


Für mich ist es das Gegenteil.

Es ist Selbstliebe in Alltagssprache.


Ich gehe früh schlafen, weil sich mein Körper nachts regeneriert, nicht weil ich etwas verpasse.

Ich trinke keinen Alkohol, weil ich klar denken und fühlen möchte, nicht weil ich streng bin.

Ich ernähre mich bewusst, weil ich meinen Körper ehren möchte, nicht weil mir Genuss erst verdienen müsste.


Es ist ein Leben, das auf Wahl basiert, nicht auf Einschränkung.


Genuss bedeutet für mich etwas anderes


Genuss ist für mich:

  • mit tiefer Leichtigkeit aufzuwachen

  • mich klar zu fühlen

  • Energie zu haben

  • ausgeglichen zu sein

  • frei von emotionalen Achterbahnen zu leben

  • in meinem Körper zuhause zu sein

  • bewusst zu atmen

  • präsent in Gesprächen zu sein

  • eine stabile Stimmung zu haben

  • ruhig einschlafen zu können


Genuss ist für mich kein kurzfristiger Kick mehr.

Es ist eine langfristige Beziehung zu mir selbst.


Was ich auf diesem Weg gelernt habe


Gesundheit ist kein Trend.

Es ist kein Lifestyle-Produkt.

Es ist kein äußerer Stempel.


Gesundheit ist eine Beziehung.

Zu dir.

Zu deinem Körper.

Zu deiner Energie.

Zu deinem Leben.


Und wenn du beginnst, diese Beziehung zu pflegen, verändern sich deine Entscheidungen automatisch.

Nicht weil du musst, sondern weil es sich richtig anfühlt.


Ich verzichte nicht. Ich wähle.

Und genau das ist der Unterschied.

 
 
 

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